Umfrage des Automobilclubs stützt ADFC Forderungen

Mobil in der Stadt – Eine aktuelle Umfrage des Automobilclubs (ADAC) belegt die Unzufriedenheit von Radfahrenden in Nordrhein-Westfalen und stützt langjährige Forderungen des Fahrradclubs ADFC für besseren Radverkehr.

Die Stadtverwaltung Köln wandelt auf vielen Stücken der Ringe eine Fahrspur in einen Radfahrstreifen um. Inzwischen sind weite Strecken der Ringe umgewandelt. Noch besteht aber Handlungsbedarf. Der Radverkehr hat bereits messbar zugenommen. Die an wenigen Orten eingesetzten Trennelemente erfüllen ihren Zweck (wie man unschwer erkennen kann) bisher nicht.
Die Stadtverwaltung Köln wandelt auf vielen Stücken der Ringe eine Fahrspur in einen Radfahrstreifen um. Inzwischen sind weite Strecken der Ringe umgewandelt. Noch besteht aber Handlungsbedarf. Der Radverkehr hat bereits messbar zugenommen. Die an wenigen Orten eingesetzten Trennelemente erfüllen ihren Zweck (wie man unschwer erkennen kann) bisher nicht. © ADFC NRW

Als Fahrrad-Club ADFC NRW haben wir mit Spannung die Ergebnisse des Automobilclubs ADAC erwartet. So wie alle zwei Jahre zusammen mit dem Bundesverkehrsministerium mit dem ADFC-Fahrradklima-Test und zuletzt mehr als 62.000 Teilnehmenden allein in NRW herausfinden wollten, ob das Radfahren in NRW Spaß macht oder als Stress empfunden wird, nimmt auch der Automobilclub mit dem “ADAC Monitor: Mobil in der Stadt” das Mobilitätsverhalten unter die Lupe.  Denn die subjektive Zufriedenheit im Straßenverkehr ist eine Voraussetzung für die Wahl des Verkehrsmittels.

Beim ADFC-Fahrradklima-Test 2022 schnitten die Städte im Land in Sachen Fahrradfreundlichkeit mit der Gesamtnote “ausreichend” ab und stellte vier der fünf bundesweit am schlechtesten bewerteten Städte. Da auch der ADAC in seiner aktuellen Veröffentlichung neben dem Auto-, ÖPNV- und Fußverkehr auch wieder den Radverkehr beleuchtet, sind die Umfrageergebnisse auch für uns als Fahrrad-Club sehr informativ.

ADAC-Ergebnisse zum Radverkehr in NRW stützen Forderungen des Fahrrad-Clubs ADFC

Die nun vom ADAC vorgestellten Umfrageergebnisse geben Aufschluss über die Zufriedenheit der Menschen mit dem Mobilitätsangebot (Auto. Rad, ÖPNV und Fußverkehr) in den 15 größten deutschen Städten. Mit Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund und Duisburg wurden auch fünf Städte in Nordrhein-Westfalen untersucht. Es sind die Städte, die laut ADFC-Fahrradklima-Test des Fahrrad-Clubs besonders schlechte Rahmenbedingungen für den Radverkehr bieten und damit in der Tabelle der Städte über 500.000 Einwohnern die Schlusslichter sind. Lediglich Düsseldorf landete im ADFC-Fahrradklima-Test 2022 mit Platz 8 im Mittelfeld der Städte über 500.000 Einwohner in Deutschland, schloss aber mit der Schulnote 4,1 ebenfalls nur ausreichend ab.

Umfrageergebnisse des ADAC bestätigen: Rad- und Fußverkehr in NRW werden bislang vernachlässigt

Das Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz NRW (FaNaG) stellt klar, dass in Zukunft alle Verkehrsmittel eine gleichberechtigte Rolle einnehmen sollen. Dafür wäre die vom ADAC Niederrhein betonte ideologiefreie Verkehrspolitik ein wichtiger Schlüssel[1].

Welche Bedeutung eine ideologiefreie Verkehrspolitik auf die Zufriedenheit der Verkehrsteilnehmer:innen hat, zeigen die Umfrageergebnisse des Automobilclubs beim Vergleich zwischen der am besten und schlechtesten bewerteten Städte in NRW: Düsseldorf und Duisburg.

Die Landeshauptstadt Düsseldorf erzielt danach die höchste Zufriedenheit bei den Verkehrsteilnehmer:innen (Mobilitätsindex + 7). In Duisburg sind die Verkehrsteilnehmer:innen am wenigsten zufrieden (Mobilitätsindex - 8). Ein Vergleich beim Modalsplit, der den Anteil der verschiedenen Verkehrsträger am Gesamtverkehr beschreibt, zeigt, dass fast zwei Drittel (64 %) der Düsseldorfer:innen mit dem Umweltverbund (Öffentlicher Verkehr, Rad, zu Fuß) unterwegs sind. In Duisburg sind lediglich 43 % der Menschen mit dem Umweltverbund mobil. Hier werden 58 % der Wege mit dem PKW zurückgelegt.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt der ADFC-Fahrradklima-Test 2022. Düsseldorf (Schulnote 4,1) schnitt unter den Metropolen in NRW am besten ab und Duisburg (4,5) belegte den letzten Platz im ADFC Ranking. Die Befragungsergebnisse und ein Vergleich mit dem Modal Split lassen vermuten, dass ein ausgewogener Anteil der Verkehrsarten am Verkehrsaufkommen zu insgesamt eher zufriedenen Verkehrsteilnehmer:innen führt.

 

Zufriedenheits-Index ADAC

ADFC-Fahrradklima-Test 2022

MIV (Auto)

ÖPNV

Fuß

Rad

Düsseldorf[2]

+ 7

4,1

36 %

21 %

27 %

16 %

Duisburg[3]

- 8

4,5

58 %

16 %

16 %

11 %

Umfrageergebnis und Modal Split in Düsseldorf und Duisburg

Dresden hat besten Mobilitäts-Index und alle Verkehrsteilnehmer:innen im Blick

Stephan Kühn, Bau- und Verkehrsbürgermeister der Stadt Dresden stellt im ARD fest, dass Dresden, die Stadt mit dem besten Mobilitätsklima laut ADAC Befragung "in den vergangenen Jahren aufgehört hat, Verkehrsplanung aus Perspektive der Windschutszscheibe zu machen, sondern alle Verkehrsteilnehmer im Blick hat."[4] Der Modal Split der Stadt Dresden ist ähnlich ausgeglichen wie in Düsseldorf. 

Fahrrad-Club: Ideologiefreie Verkehrspolitik

Auf der Bundeshauptversammlung 2023 hat der Fahrradclub mit einem Grundsatzbeschluss seine Forderung nach einer ideologiefreien Verkehrspolitik und einer zügigen Modernisierung des Straßenverkehrsgesetzes im Sinne der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden durch einen Grundsatzbeschluss untermauert.

Verkehrspolitik darf nicht zum Spielball von Parteipolitik werden. Eine ausgewogene Verkehrspolitik hat das Gemeinwohl und die Verkehrssicherheit aller Menschen im Blick. Dafür braucht es eine sachorientierte Verkehrspolitik die eine faire Aufteilung des Straßenraums für eine freie Verkehrsmittelwahl vor Augen hat. Mehr Schutz für Fußgänger und Radfahrer verlangt aber auch, dass man von jahrzehntelangen Privilegien des Autoverkehrs loslässt und das wir ideologiefrei unsere Städte und Mobilität im Sinne der Bürger:innen gestalten.

Axel Fell, Landesvorsitzender ADFC NRW:

Zunehmende Flächenkonkurrenz in Großstädten durch immer mehr Kfz

Insgesamt nehmen die Zufriedensheitswerte in der ADAC Befragung ab. Der ADAC Rheinland erklärt die gesunkenen Zufriedenheitswerte mit einer “zunehmenden Flächenkonkurrenz”. Hintergrund dieser Flächenkonkurrenz sind, mit Ausnahme der Corona-Jahre, zunehmende Verkehrsmengen auf der einen Seite und begrenzter bzw. gleichbleibender Straßenraum auf der anderen Seite.
Am Beispiel von Köln lässt sich die Problematik plakativ verdeutlichen (Verkehrs-Index 2024 -4). Im Jahr 2017 (Verkehrs-Index + 8) hatten die Bewohner:innen der Domstadt 550.600 Kfz zugelassen. Nur sieben Jahre später sind es bereits 576.000 Kfz. Bildlich gesprochen, fahren und stehen seit sieben Jahren täglich zusätzlich zehn Autos mehr auf Kölns Straßen, beanspruchen Parkraum und verschärfen so die Flächenkonkurrenz.


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https://aachen.adfc.de/neuigkeit/umfrage-des-automobilclubs-stuetzt-adfc-forderungen-1

Häufige Fragen und Antworten

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 230.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Wir sind überzeugt davon, dass eine gute, intuitiv nutzbare Infrastruktur, gut ausgearbeitete Radverkehrsnetze und vor allem Platz für Rad fahrende Menschen auch dazu einlädt, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen. Wir möchten eine sichere und komfortable Infrastruktur für den Radverkehr, damit sich junge und junggebliebene Fahrradfahrende sicher und zügig fortbewegen können.

    Die Förderung des Radverkehrs ist nicht zuletzt auch ein politischer Auftrag, für den sich der ADFC stark macht. Unser Ziel ist es, alle Menschen, gleich welchen Alters und unabhängig von ihren Wohnorten, für das Radfahren und damit für die Mobilität der Zukunft zu gewinnen. Lesen Sie in unserem Grundsatzprogramm mehr über die Ziele und Forderungen des ADFC – und werden Sie Mitglied in der weltweit größten Zweiradgemeinschaft.

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  • Von welchen Vorteilen profitiere ich als ADFC-Mitglied?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluss auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrenden ein.

    Als ADFC-Mitglied profitieren Sie außerdem von umfangreichen Serviceleistungen: Sie können, egal wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die ADFC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem ADFC-Magazin Radwelt Informationen zu allem, was Sie als Rad fahrenden Menschen politisch, technisch und im Alltag bewegt. Nutzen Sie als ADFC-Mitglied außerdem vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Unternehmen sowie Versicherungen ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied? Hier gelangen Sie zum Anmeldeformular.

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein verkehrssicheres Fahrrad auszustatten ist, legt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) fest. Sie schreibt u. a. zwei voneinander unabhängige Bremsen vor, damit ein Fahrrad sicher zum Stehen kommt. Ebenso vorgeschrieben ist eine helltönende Klingel. Auch zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale mit je zwei nach vorne und nach hinten wirkenden gelben Rückstrahlern sind Pflicht.

    Am wichtigsten für die Verkehrssicherheit ist neben den Bremsen die Beleuchtung. Ein rotes Rücklicht und ein weißer Frontscheinwerfer sind vorgeschrieben. Die Beleuchtung kann batteriebetrieben sein und muss tagsüber nicht mitgeführt werden. Sie muss aber dann einsatzbereit sein, wenn die Sichtverhältnisse Licht erforderlich machen. Für den Straßenverkehr zugelassen ist Beleuchtung nur mit dem Prüfzeichen des Kraftfahrtbundesamts (eine Wellenlinie, Großbuchstabe K und fünfstellige Zahl). Damit Radfahrende auch seitlich gesehen werden, sind Reflektoren in den Speichen oder Reflexstreifen an Reifen oder Felge vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO vorgeschrieben sind. Ausführlichere Informationen finden Sie hier.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer*in achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmenden. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrer*in im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmenden zu rechnen.

    Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, indem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer*innen nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen.

    Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmenden gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrende auf Straßen und Radwegen unterwegs. Weitere Tipps, wie Sie zu Ihrer und der Sicherheit anderer beitragen, finden Sie hier.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Schutzstreifen und Radfahrstreifen? Und was ist ein Radweg?

    Die Infrastruktur für das Fahrrad ist nicht einheitlich und selten uneingeschränkt gut nutzbar. Radfahrstreifen und Schutzstreifen verlaufen beide auf der Fahrbahn und damit im direkten Blickfeld von Autofahrenden. Schutzstreifen haben eine gestrichelte Markierung und dürfen daher bei Bedarf mit dem Auto befahren werden, vor allem, um Gegenverkehr auszuweichen und nur, wenn der Radverkehr nicht gefährdet wird. Radfahrstreifen hingegen sind mit einer Linie durchgängig auf der Fahrbahn markiert und dürfen von Autofahrenden nicht befahren werden. Der ADFC macht sich für geschützte Radfahrstreifen stark, bei denen Poller, Kübel und markierte Schutzzonen Radfahrende vor dem Autoverkehr, achtlos aufgerissenen Autotüren und unerlaubtem Parken schützen.

    Ein Radweg ist durch ein blaues Radwegschild gekennzeichnet und muss in dem Fall von den Radfahrenden genutzt werden. Eine Benutzungspflicht darf aber nur angeordnet werden, wenn es die Verkehrssicherheit erforderlich macht. Behindern Blätter, Schnee oder andere Hindernisse Radfahrende auf Radwegen, dürfen sie auf die Fahrbahn ausweichen. Mehr zur Infrastruktur für den Radverkehr erfahren Sie hier.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn die Fahrenden in die Pedale treten. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes. Mehr Informationen bekommen Sie hier.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können. Mehr Informationen zu den Bewertungskriterien unserer Radtouren erhalten Sie im Menüpunkt Auf Tour.

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