Fahrradklima-Test Keyvisual grün

Fahrradklima-Test Keyvisual grün © ADFC | April Agentur

ADFC-Fahrradklima-Test 2020

 

Beim heute im Bundesverkehrsministerium vorgestellten ADFC-Fahrradklima-Test 2020 landete Aachen auf dem 19. von 26 Plätzen der Städte von 200.000 bis 500.000 Einwohnern und erreichte die Note 4,2.

 

An der bundesweiten Befragung haben 977 Aachener teilgenommen. Unzufrieden sind sie vor allem mit der Breite der Wege (Note 5,3), der Fahrradmitnahme in ÖPNV (5,2) und der Falschparkerkontrolle (5,1). Lichtblicke gibt es bei den in Gegenrichtung geöffneten Einbahnstraßen (2,4), der Erreichbarkeit des Stadtzentrums (3,0) und den öffentlichen Leihrädern (3,0).

Dazu sagt der ADFC-Kreisvorsitzende Marvin Krings: „In Aachen wird der Radverkehr zur Zeit oft auf schmalen Schutzstreifen geführt. Diese sind von den oft ebenfalls schmalen Fahrstreifen daneben nicht baulich getrennt. Das ist höchstens für mutige Menschen geeignet, alle anderen kann man damit nicht für das Radfahren gewinnen. Damit ein stressfreies Miteinander möglich wird, sind an Hauptstraßen breite, geschützte Radwege nötig, wie sie im Radentscheid festgeschrieben wurden.“ Die bisherigen Anlagen werden dementsprechend mit der Note 5,0 bewertet, das Sicherheitsgefühl und die Konflikte mit Kfz mit 4,9.

Außerdem sind die Radfahrenden unzufrieden mit der Fahrradmitnahme im ÖPNV (5,2). Zur Zeit darf montags bis freitags vor 19 Uhr kein Fahrrad im Bus mitgenommen werden – selbst dann nicht, wenn der Bus fast leer ist und das Fahrrad niemanden stört.

Schließlich kritisieren die Teilnehmenden, dass das Ordnungsamt großzügig duldet, wenn auf Radwegen geparkt wird – 49 Prozent geben hier die Note ungenügend, 25 Prozent mangelhaft, insgesamt geben sie die Note 5,1.

Verbesserungen gegenüber dem letzten Fahrradklima-Test 2018 sind insbesondere in der Fahrradförderung in jüngster Zeit (von 4,6 auf 3,6) und der Werbung für das Radfahren (von 4,2 auf 3,8) zu sehen. Dies ist vermutlich auf die vorbereitenden Arbeiten zur Umsetzung des Radentscheids zurückzuführen. Es zeigt sich aber auch, dass vom Radentscheid noch nichtviel auf der Straße angekommen ist, wie man zum Beispiel an der Breite der Radverkehrsanlagen sieht, die im Mittel mit 5,3 (2018: 5,2) bewertet wurde. Wir hoffen, dass sich das durch den Mentalitätswandel bald ändert und die Grundlage für ein entspanntes Miteinander im Straßenverkehr gelegt wird. Nun gilt es, den Radentscheid konsequent umzusetzen, um beim nächsten Fahrradklima-Test 2022 besser abzuschneiden.

Rekord: Mehr als 60.000 Teilnahmen in NRW, 246 NRW-Städte in der Wertung

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2020 zum neunten Mal statt. Rund 230.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben bundesweit bei diesem Durchgang abgestimmt, davon nur 15 Prozent ADFC-Mitglieder. 1.024 Städte kamen insgesamt in die Wertung, mehr als jemals zuvor. Bei den 27 Fragen ging es darum, ob man sich auf dem Rad sicher fühlt, wie gut die Radwege sind und ob die Stadt in Zeiten von Corona das Fahrradfahren besonders fördert. Damit fundierte Ergebnisse erzielt werden, müssen pro Stadt mindestens 50, bei größeren Städten mindestens 75 beziehungsweise 100 Abstimmungsergebnisse vorliegen. Die Ergebnisse des Tests haben durch die breite Bürgerbeteiligung hohe Aussagekraft und können Kommunen helfen, das Angebot für Radfahrende gezielt zu verbessern.

Über den ADFC NRW

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. NRW (ADFC) ist mit über 50.000
Mitgliedern der größte Landesverband des ADFC in Deutschland. Der ADFC ist die
größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland
und weltweit. Die detaillierten Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests 2020
finden Sie auf www.fahrradklima-test.adfc.de. Die digitale Pressemappe gibt es auf
www.adfc.de/presse oder beim NRW-Landesverband unter
www.adfc-nrw.de/aktuelles/presse.html.

 

https://aachen.adfc.de/pressemitteilung/adfc-fahrradklima-test-2020-6

Häufige Fragen und Antworten

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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