Komplizierte Ampelsituation

Komplizierte Ampelsituation © Luc Hamers

Welche Ampeln gelten für Radfahrende?

 

Im Rahmen unserer Serie zu Verkehrsregeln für Radfahrende schauen wir dieses mal, wie es aussieht mit den Ampeln.

 

Grundsätzlich gelten für Radfahrende die Ampelsignale der Fahrbahn, also die, die auch für die PKWs gelten. Ausgenommen sind die Stellen, an denen es eine eigene Ampel für den Radverkehr oder eine kombinierte Ampel für zu Fuß Gehenden und Radfahrende gibt, dann gilt auf der zugehörigen Radverkehrsführung eben diese Ampel [1, 2]. Trotz dieser eigentlich klaren Regelung ist das alles in der Praxis mal wieder nicht so einfach, weil die Ampeln, die man in der freien Wildbahn findet, vor 20–30 Jahren aufgestellt wurden und die seit 2017 geltende Regelungen noch nicht umsetzen.

 

Im einfachsten Fall fährt ein Radfahrender auf der Fahrbahn und trifft auf eine Ampel, die sowohl für den motorisierten Verkehr wie auch für die Radfahrenden gilt. Gleiches gilt auch, wenn der Radweg neben der Straße keine eigene Fahrradampel hat, egal ob die Ampel links oder rechts vom Radweg steht.

Im zweiten Bild könnte man jedoch argumentieren, dass hier eine Ampel für Radfahrende überhaupt keinen Sinn macht, weil es an dieser T-Kreuzung keinen querenden Verkehr gibt und die Ampel somit nur für die Fahrbahn gilt.

Wie das an dieser Stelle zu bewerten ist, ist unklar. Im Zweifelsfall sollte man also bei Rot halten.

Das dritte Bild zeigt leider eine häufig vorkommende Situation: Auf dem gemeinsamen Rad- und Fußweg trifft man auf eine Fußgängerampel. Die rechtliche Situation ist klar: Es gilt die Ampel der Fahrbahn, die jedoch nicht immer zu sehen ist. Unsere Empfehlung, wenn die Ampel der Fahrbahn nicht zu sehen ist: Haltet euch an die Ampel für die Fußgänger, die ist im Zweifel kürzer grün als die der Fahrbahn.

Leider sind auch PKW-Fahrende immer wieder überrascht, wenn ein Radfahrer bei grüner Ampel auf der Fahrbahn, aber roter Fußgängerampel trotzdem völlig legal quert. Sehr gefährlich. Eigentlich hätten die Kommunen und Straßen.NRW bereits seit 20 Jahren diese Ampeln anpassen sollen; die Übergangsfrist, in der unter Umständen Fußgängerampeln gegolten hatten, endete 2016. Mehr Informationen und Beispiele sind z. B. hier zu finden.

Es gibt aber auch Stellen, da ist die Ampelsituation einfach falsch. Das vierte Bild zeigt eine extrem gefährliche Ampel an der Kreuzung von Hauptstraße und Willy-Brandt-Ring in Würselen. Es gibt zwei Ampeln, die beide für zu Fuß Gehende wie für Radfahrende gelten: eine VOR der Querung, eine HINTER der Querung. Die Ampel vor der Querung ist aber immer grün, auch wenn die hintere rot ist. Dazu kommt, dass der PKW-Verkehr, der uns hier zum Abbiegen entgegen kommt bzw. quert, einen grünen Linksabbiegerpfeil hat, also gar nicht mit entgegenkommenden Verkehr rechnet. Brandgefährlich. Leider hat die Würselener Stadtverwaltung auf zwei Emails zu diesem Thema auch nach mehr als einem halben Jahr immer noch nicht reagiert.

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https://aachen.adfc.de/artikel/welche-ampeln-gelten-fuer-radfahrende

Häufige Fragen und Antworten

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

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