Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Aachen/Düren e. V.

Oppenhoffallee: Heutige Situation

Der schmale Schutzstreifen ohne Sicherheitstrennstreifen führt regelmäßig zu Konflikten zwischen Rad- und Kraftfahrzeugverkehr. © ADFC Aachen/Ben Jansen

Oppenhoffallee: Kurzfristig verbessern, langfristig sicher umbauen

Stadt Aachen und ADFC prüfen gemeinsam eine Übergangslösung nach Frankfurter Vorbild. Ziel ist eine verständlichere Verkehrsführung für die kommenden Jahre – und langfristig eine Oppenhoffallee mit nicht mehr notwendigem Überholverbot.

Auf der Oppenhoffallee kommt Bewegung in eine seit Jahren unbefriedigende Situation. Vertreter*innen des ADFC Aachen haben sich mit mehreren Fachbereichen der Stadtverwaltung und dem Grundsatzreferat des Oberbürgermeisters getroffen, um kurzfristig umsetzbare Verbesserungen zu besprechen.

Das Gespräch fand in einer angenehmen und konstruktiven Atmosphäre statt. Einigkeit bestand darüber, dass die bestehende Radverkehrsführung nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Zugleich ist die Oppenhoffallee eine wichtige Achse für den öffentlichen Nahverkehr und den übrigen Verkehr. Auch Menschen, die mit dem Fahrrad Wohnungen, Geschäfte oder andere Ziele an der Oppenhoffallee erreichen möchten, müssen die Straße sicher nutzen können.

Eine verständliche Übergangslösung

Als mögliche kurzfristige Lösung hat der ADFC einen Ansatz aus der Frankfurter Schloßstraße vorgestellt. Dort wurde eine vergleichbare Radverkehrsmarkierung deutlich außer Kraft gesetzt. Zusätzliche Fahrradpiktogramme machen sichtbar, dass Rad- und Kfz-Verkehr die Fahrbahn gemeinsam nutzen.

Die Stadt Aachen prüft nun, ob und in welcher Form sich dieser Ansatz auf die Oppenhoffallee übertragen lässt. Dazu soll auch der fachliche Austausch mit der Stadt Frankfurt gesucht werden. Der ADFC hat ebenfalls bereits dort angefragt.

Neben der Frankfurter Lösung untersucht die Verwaltung weitere Möglichkeiten, die bestehende Schutzstreifenmarkierung eindeutig unkenntlich zu machen. Auch ein Abfräsen der Markierung soll nochmals geprüft werden.

Die Maßnahmen wären ausdrücklich als Übergang gedacht. Wegen anstehender Fernwärme- und weiterer Tiefbauarbeiten ist eine grundlegende Neugestaltung der Oppenhoffallee voraussichtlich erst in einigen Jahren sinnvoll möglich.

 

Tempo 30 als mögliche Ergänzung

Der ADFC hat außerdem angeregt, eine streckenbezogene Begrenzung auf Tempo 30 zu prüfen. Diese ist noch nicht beschlossen und bislang kein feststehender Bestandteil der möglichen Übergangslösung.

Aus Sicht des ADFC könnte Tempo 30 jedoch den Geschwindigkeitsunterschied zwischen Kraftfahrzeugen und Radfahrenden verringern. Wo ein sicheres Überholen aufgrund der Straßenbreite ohnehin nicht möglich ist, kann eine stärker angeglichene Geschwindigkeit den Überholdruck reduzieren und die Verkehrsführung für alle nachvollziehbarer machen.

Auch in der Frankfurter Schloßstraße wurde die veränderte Markierung mit Tempo 30 und einem Überholverbot kombiniert. Die rechtliche und fachliche Grundlage dieser Anordnung soll nun näher betrachtet werden.

Regeln erklären und Sicherheit gewährleisten

Die Sicherheit auf der Oppenhoffallee wird sich nicht allein durch neue Markierungen verbessern. Ebenso wichtig ist eine verständliche Verkehrsführung und ein gemeinsames Verständnis der geltenden Regeln. Auch dieser Aspekt spielte im Gespräch eine Rolle und soll im weiteren Prozess mitgedacht werden. Weitere Informationen folgen zu gegebener Zeit.

Keine Gewinner und Verlierer

 Ben Jansen, Referent Radverkehrsplanung vom ADFC Aachen erklärt:

Uns ging es in dem Gespräch ausdrücklich nicht darum, kurzfristig Gewinner und Verlierer zu produzieren. Ziel ist ein tragfähiger Kompromiss für die kommenden Jahre und gleichzeitig eine klare Perspektive für eine dauerhafte Lösung

Das heutige Überholverbot ist kein verkehrspolitisches Wunschbild. Es wurde notwendig, weil der Straßenraum kein sicheres Überholen von Radfahrenden mit dem vorgeschriebenen Abstand ermöglicht. Allein das Entfernen des Schildes würde diese räumliche und rechtliche Situation nicht verändern.

Der ADFC möchte deshalb nicht dauerhaft über ein Verbot diskutieren, sondern über eine Straße, die ohne dieses Verbot sicher funktioniert.

Langfristig braucht die Oppenhoffallee ein sicheres Radverkehrsangebot nach aktuellem Stand der Technik. Dann kann auch das heutige Überholverbot entfallen, weil es nicht mehr benötigt wird.

Kurzfristiger Kompromiss, langfristige Perspektive

Noch ist keine konkrete Lösung beschlossen. Die Verwaltung hat jedoch angekündigt, den Frankfurter Ansatz und weitere Möglichkeiten der Unkenntlichmachung zu prüfen.

Nach dem Gespräch hat der ADFC den Eindruck, dass wesentliche Elemente des Vorschlags grundsätzlich anschlussfähig sein könnten. Auch aus dem Umfeld des Oberbürgermeisters wurde Offenheit für einen praktikablen Ansatz signalisiert. Eine abschließende politische oder fachliche Entscheidung steht jedoch noch aus.

Die Richtung ist aus Sicht des ADFC klar:

Kurzfristig braucht die Oppenhoffallee eine verständliche und sichere Übergangslösung. Langfristig braucht sie einen zeitgemäßen Umbau, der die heutigen Konflikte und damit auch das Überholverbot überflüssig macht.

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