
Weiterhin keine Veränderung auf der Oppenhoffallee in Aachen. © ADFC Aachen
Oppenhoffallee: Sicherheitsproblem weiter ungelöst
Oppenhoffallee bleibt gefährlich: Trotz bekannter Sicherheitsprobleme und angekündigter Prüfung fehlen weiter konkrete Sofortmaßnahmen für Radfahrende.
Bereits Mitte Mai hat der ADFC Aachen/Düren einen offenen Brief an Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons veröffentlicht und darin konkrete Vorschläge für kurzfristig umsetzbare Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der Oppenhoffallee gemacht.
Anlass waren zahlreiche Beschwerden, bekannte Konfliktsituationen und die weiterhin gefährliche Verkehrsführung für Radfahrende. Die Problematik ist dabei keineswegs neu: Sie wurde in den vergangenen Jahren wiederholt gegenüber Verwaltung und Politik thematisiert, war Gegenstand eines Gesprächs mit der Straßenverkehrsbehörde, einer Beschwerde bei der Bezirksregierung Köln sowie mehrfacher Berichterstattung in den lokalen Medien.
Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons erklärte gegenüber der Aachener Zeitung, das Anliegen der Radfahrenden sei nachvollziehbar. Wörtlich kündigte er an, man werde „schnellstmöglich gemeinsam mit den Fachkundigen prüfen, welche Möglichkeiten zur schnellen Verbesserung es gibt“.
Der ADFC begrüßt diese Ankündigung ausdrücklich. Bislang sind jedoch weder Ergebnisse dieser Prüfung noch konkrete Sofortmaßnahmen bekannt geworden. Auch auf den offenen Brief erhielt der ADFC bislang lediglich eine Eingangsbestätigung; eine inhaltliche Rückmeldung steht weiterhin aus.
Dabei besteht aus Sicht des ADFC durchaus kurzfristiger Handlungsbedarf. Radfahrende werden auf der Oppenhoffallee regelmäßig durch zu enge und unzulässige Überholvorgänge gefährdet. Besonders problematisch ist, dass Betroffene inzwischen sogar mit Gegenanzeigen wegen angeblicher Nötigung konfrontiert werden, wenn sie aus Sicherheitsgründen einen ausreichenden Abstand zu parkenden Fahrzeugen einhalten und deshalb nicht am äußersten rechten Rand des Schutzstreifens fahren.
Der ADFC hat deshalb bewusst Sofortmaßnahmen vorgeschlagen, die kurzfristig umsetzbar wären und zunächst keinen Wegfall von Parkplätzen erfordern. Hierzu zählen insbesondere die Demarkierung beziehungsweise Unkenntlichmachung des bestehenden Schutzstreifens sowie die Markierung einer Piktogrammkette in der Fahrbahnmitte. Diese Maßnahmen würden die tatsächliche Nutzung der Fahrbahn besser abbilden und den derzeit bestehenden Widerspruch zwischen der Markierung und den erforderlichen Sicherheitsabständen entschärfen.
Langfristig wird sich die Situation jedoch nur lösen lassen, wenn der grundlegende Zielkonflikt auf der Oppenhoffallee offen angesprochen wird. Auf der vorhandenen Fahrbahnbreite lassen sich je Seite 2 Parkreihen, ausreichende Sicherheitsabstände zu parkenden Fahrzeugen und eine sichere Führung des Radverkehrs nicht gleichzeitig verwirklichen. Diese Diskussion wird bislang aus Sicht des ADFC nicht mit der notwendigen Konsequenz geführt.
Die Oppenhoffallee steht damit exemplarisch für eine grundsätzliche Herausforderung der Verkehrspolitik: Bekannte Sicherheitsprobleme dürfen nicht über Jahre bestehen bleiben, wenn kurzfristige Verbesserungen möglich sind. Gerade vor dem Hintergrund unserer landesweiten ADFC-Kampagne „einfach. sicher. radfahren.“ erwarten wir, dass bekannte Gefahrenstellen konsequent und zeitnah entschärft werden.
Der ADFC Aachen/Düren hofft weiterhin auf eine zeitnahe Rückmeldung der Stadt Aachen und steht für einen konstruktiven Austausch sowie eine gemeinsame Befahrung der Oppenhoffallee jederzeit zur Verfügung.
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